— 01 · Kurz gesagt
Die wichtigsten Regeln auf einen Blick.
Bevor wir tief einsteigen — wenn du dir nur das hier merkst, hast du 90% der Druckdaten-Fehler vermieden:
— Drei Regeln
- Logo, Schriftzug, einfache Grafik → Vektor (SVG, AI, PDF)
- Foto oder komplexes Bild → PNG mit mindestens 300 DPI bei finaler Druckgröße
- Nie hochskalieren aus kleiner Datei — lieber zu groß als zu klein
Den Rest — Farbmodus, Hintergrund-Sauberkeit, Vorbereitung für das spezifische Verfahren — übernehmen wir, wenn du uns deine Datei schickst. Im Zweifel: einfach schicken. Wir prüfen kostenlos und sagen ehrlich, ob's reicht oder wo wir gemeinsam noch was retten müssen.
— 02 · Dateiformat
Vektor oder Pixel — das größte Missverständnis.
Druckdaten kommen in zwei grundsätzlichen Formen. Wer den Unterschied versteht, vermeidet die Hälfte aller Druckdaten-Probleme.
Vektor (SVG, AI, PDF)
Vektordateien bestehen aus mathematischen Pfaden — nicht aus Pixeln. Der Computer kennt nur die Anweisung „zeichne eine Kurve von hier nach da“, und diese Anweisung funktioniert in jeder Größe gleich. Du kannst ein Logo von 2 cm auf 2 Meter aufblasen — die Kanten bleiben gestochen scharf.
- Ideal für: Logos, Schriftzüge, einfache Grafiken, Vereinwappen, Brand-Marken
- Skalierbar ohne Qualitätsverlust — egal ob 5 cm oder 50 cm Druckgröße
- Direkt für Siebdruck nutzbar — Farbtrennung sauber möglich
Pixel (PNG, JPG, TIFF)
Pixelgrafiken bestehen aus einzelnen Bildpunkten. Jedes Pixel hat eine feste Farbe. Beim Vergrößern werden die Pixel sichtbar oder die Software „erfindet“ neue Pixel dazwischen — das wird unscharf. Pixelgrafiken haben aber auch klare Stärken.
- Ideal für: Fotos, fotorealistische Motive, Designs mit Verläufen und Effekten
- PNG: verlustfrei, Transparenz möglich — unser Favorit unter den Pixelformaten
- JPG: kleinere Dateigröße, aber Komprimierungs-Artefakte — nur wenn PNG nicht möglich
- TIFF: hochwertige, unkomprimierte Pixeldaten — vor allem aus Photoshop-Workflows
Tieferer Vergleich Vektor vs. Pixel: → PNG oder SVG — was ist besser?
— 03 · Auflösung
DPI — wie viel Auflösung brauchst du?
Faustregel: 300 DPI bei finaler Druckgröße.
DPI heißt „Dots per Inch“ — Punkte pro Zoll (2,54 cm). Bei 300 DPI hat das Auge keine Chance, einzelne Pixel zu sehen. Darunter wird's pixelig, darüber ist meist nur Datei-Größen-Verschwendung.
Konkretes Beispiel
Du willst ein Logo in 20 × 20 cm drucken:
- 20 cm = ca. 7,87 Zoll
- 7,87 × 300 = 2362 Pixel
- Deine Datei sollte also mindestens 2362 × 2362 Pixel haben
Mindestauflösung nach Druckgröße
| Druckgröße | Mindestauflösung (300 DPI) | Typisches Einsatzgebiet |
|---|---|---|
| 5 × 5 cm | ~590 × 590 px | Brust-Logo Polo, Cap-Front |
| 10 × 10 cm | ~1180 × 1180 px | Brust-Logo Shirt, kleine Backprints |
| 20 × 20 cm | ~2360 × 2360 px | Brust-Print, Rücken-Logo |
| 30 × 40 cm | ~3540 × 4720 px | Großer Backprint, Tour-Motiv |
| 40 × 50 cm (Allover) | ~4720 × 5900 px | Sublimations-Prints, Allover-Motive |
Was passiert beim Hochskalieren?
Software „erfindet“ neue Pixel zwischen den vorhandenen — sie interpoliert. Das Ergebnis ist weicher, unschärfer, oft mit sichtbaren Artefakten. Bei Druckmotiven mit klaren Kanten siehst du das sofort.
Faustregel: Lieber zu groß als zu klein. Du kannst herunterskalieren ohne Qualitätsverlust — aber nicht andersrum.
Mehr zu Auflösung und konkreten Beispielen: → DPI für Textildruck — wie viel reicht?
— 04 · Farbmodus
RGB, CMYK, Pantone — warum deine Farben anders aussehen.
Eine der häufigsten Fragen bei der Auftragsübergabe: „Warum sieht meine rote Farbe im Druck dunkler aus?“ Die Antwort liegt in zwei verschiedenen Farbsystemen.
RGB — das Bildschirm-System
Rot, Grün, Blau — additive Farbmischung mit Licht. Dein Monitor sendet aktiv Licht aus, was extrem leuchtende Farben möglich macht: Neon-Pink, helles Türkis, glühendes Magenta. Das alles funktioniert nur, weil ein Bildschirm leuchtet.
CMYK — das Druck-System
Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz) — subtraktive Farbmischung mit Druckfarbe. Druckfarbe leuchtet nicht; sie reflektiert Licht. Deshalb kann CMYK nicht so viele Farben darstellen wie RGB. Knallige Bildschirm-Töne werden im Druck oft eine Stufe dunkler oder weniger gesättigt.
Pantone — das Profi-System für Brand-Farben
Pantone (PMS = Pantone Matching System) ist ein Farbnormen-Katalog. Jede Farbe hat eine eindeutige Nummer und wird als fertige Mischung geliefert — nicht aus CMYK-Anteilen zusammengesetzt. Für Brand-Farben, die exakt sitzen müssen, ist Pantone Pflicht.
- Im Siebdruck mischen wir Pantone-Farben direkt — die Brand-Farbe stimmt 1:1
- Im DTF und Sublimation kann CMYK nicht jede Pantone-Farbe wiedergeben — wir simulieren so nah wie möglich
- Schick uns die Pantone-Nummer (z.B. PMS 286 C), wenn die Brand-Farbe kritisch ist
Praxis-Tipps
- Im Design-Programm CMYK-Profil auswählen — dann siehst du schon am Monitor näher am Druckergebnis
- Bei kritischen Brand-Farben Pantone-Code mitschicken
- Bei großen Auflagen einen Andruck-Muster zur Freigabe drucken lassen — spart Tausende Euro Risiko
Mit interaktivem Vergleich (Bildschirm vs. Druck): → CMYK oder RGB — warum deine Farben anders aussehen
— 05 · Je Verfahren
Was jedes Verfahren wirklich braucht.
Druckdaten für Siebdruck sind nicht dieselben wie für DTF, Sublimation oder Stick. Hier die konkreten Anforderungen je Verfahren — was du selbst liefern solltest und was wir intern übernehmen.
| Verfahren | Ideale Daten | Auch möglich | Geht nicht |
|---|---|---|---|
| Siebdruck | Vektor (AI/SVG/PDF) mit klar getrennten Farben, Pantone-Codes | Hochauflösendes PNG (1:1 Druckgröße, 300 DPI) | Word, PowerPoint, Screenshots, gerasterte Halbtöne in niedriger Auflösung |
| DTF | PNG mit transparentem Hintergrund, 300 DPI bei Druckgröße | JPG, Vektor mit transparenten Bereichen | Sehr dünne Linien unter 1 mm, Schriften unter 8 pt |
| Flex / Flock | Vektor mit einer Volltonfarbe, geschlossene Konturen | Hochkontrastiges PNG zum Nachvektorisieren | Farbverläufe, Halbtöne, mehrfarbige Motive (separat anlegen) |
| Sublimation | Vektor oder PNG/TIFF in 300 DPI bei finaler Druckgröße | JPG bei guter Qualität | Daten für dunkles Polyester (Verfahren funktioniert nur auf hellem PE) |
| Stick | Vektor mit klaren Konturen, mind. 5 mm pro Detail | Klares PNG, das nachgezeichnet werden kann | Schriften unter 5 mm, sehr feine Verläufe, fotorealistische Motive |
Was wir intern für dich übernehmen
Bei jedem Auftrag gehen wir die Daten durch und passen sie an:
- Siebdruck: Farbtrennung, Rasterung, Setup der Siebe pro Farbe
- DTF: Hintergrund entfernen, Textilfarbe rausnehmen (damit der Druck nicht aufgewuchtet wirkt), Farboptimierung
- Flex / Flock: Konvertieren zum Schnittpfad, Material-Auswahl je Stoff
- Stick: Punching — Konvertieren des Motivs in einen Stick-Pfad mit Stichrichtung, Garn-Auswahl
Eine vollständige Verfahrens-Übersicht: → Textildruck-Verfahren im Vergleich
— 06 · Checkliste
Vor dem Schicken — die 8-Punkt-Prüfung.
Wenn du deine Datei in den nächsten 60 Sekunden durchgehst und alle 8 Punkte abhakst, ist sie zu 95% druckreif.
Vektor oder hochauflösendes PNG?
Für Logos: Vektor. Für Fotos: PNG mit 300 DPI bei finaler Druckgröße.
Hintergrund transparent oder weiß?
Wenn der Druck nur das Motiv soll: Hintergrund transparent (PNG) oder freigestellt.
Farbmodus geeignet?
Für Druck: CMYK. Für Brand-Farben: Pantone-Code bereit haben.
Schriften eingebettet oder in Pfade konvertiert?
Sonst kann's beim Öffnen passieren, dass eine andere Schrift verwendet wird. PDF mit eingebetteten Schriften oder Schriften in Pfade umwandeln.
Druckgröße definiert?
Wir wissen gerne: 25 cm breit auf der Brust, 30 × 40 cm im Rücken, etc. Spart Beratungsschleifen.
Klar erkennbare Druckseiten?
Wenn du Brust + Rücken hast: zwei separate Dateien oder klar benannte Layer.
Farben klar definiert?
Wenn Brand-Farben kritisch sind: Pantone-Codes mitliefern. Sonst: angeben, dass CMYK-Druck okay ist.
Rechte geklärt?
Druckdaten müssen frei von Rechten Dritter sein. Du bestätigst uns das mit der Auftragsbestätigung. Bei auffälligen Fällen halten wir Rücksprache.
— 07 · Top-Fehler
Die sieben häufigsten Druckdaten-Fehler.
Das sehen wir täglich im Studio. Wenn du keinen dieser Fehler machst, hebst du dich schon vom Durchschnitt ab.
- Screenshot vom Logo statt Original-Datei. Auflösung viel zu niedrig, wird beim Druck unscharf.
- RGB-Datei in den Druck schicken. Farben können sich verschieben, vor allem Neon und sehr gesättigte Töne.
- Hintergrund nicht entfernt. Weißer Kasten ums Logo — wird mitgedruckt.
- Word- oder PowerPoint-Datei statt PDF/SVG. Diese Formate sind nicht druckbar; Layout-Software ist keine Druck-Software.
- Handyfoto vom Logo. Schief, schlechte Auflösung, manchmal sogar verzerrt. Klassiker.
- Schriften nicht eingebettet. Wenn unser System die Schrift nicht hat, wird sie ersetzt — das Ergebnis sieht dann komplett anders aus.
- Druckgröße nicht angegeben. Wir müssen raten, du musst mehrfach rückfragen — spart sich, wenn die Größe gleich mit dabei steht.
— 08 · Datei-Check & Aufbereitung
Was wir machen, wenn die Datei nicht ganz passt.
Realität: die meisten Dateien, die wir bekommen, sind nicht „perfekt“. PNGs aus Canva, Screenshots, Logos in mittlerer Auflösung. Und das ist okay — wir kennen den Umgang damit.
Der kostenlose Check
Schick uns deine Datei — wir prüfen sie kostenlos und sagen ehrlich:
- Reicht die Auflösung für die geplante Druckgröße?
- Stimmt der Farbmodus?
- Skaliert das Motiv sauber?
- Konkrete Verbesserungs-Vorschläge, falls nicht
Wenn mehr Arbeit nötig ist
— Druckdaten-Aufbereitung
Bei aufwendigeren Anpassungen (Logo vektorisieren, Hintergrund sauber freistellen, Farboptimierung): pauschale Basis-Druckdaten-Aufbereitung — den Satz nennen wir dir im Angebot.
Lohnt sich vor allem bei größeren Aufträgen oder schlechten Ausgangsdaten — sauber aufbereitete Daten = sauberes Endergebnis.
KI-Hochskalierung — ehrlich erklärt
Wenn die Auflösung für die gewünschte Druckgröße nicht reicht, versuchen wir es manchmal mit KI-basierter Hochskalierung. Das funktioniert nicht immer perfekt — Details können sich durch die KI leicht verändern. Deshalb: wir stimmen das immer vorab mit dir ab. Wenn das KI-Ergebnis nicht passt, suchen wir gemeinsam nach einer anderen Lösung.
Design-Tool: was du da hochladen kannst
Für Einzelstücke über das Design-Tool gilt:
- Upload-Formate: PNG und JPG
- Druckdatenprüfung im Kaufpreis enthalten — kleine Korrekturen übernehmen wir automatisch
- Bei zu schlechter Auflösung melden wir uns proaktiv und suchen gemeinsam eine Lösung
— Häufige Fragen
FAQ — Druckdaten.
Welche Datei brauche ich überhaupt?
Für Logos und einfache Grafiken: Vektor (SVG, AI, PDF). Für Fotos und komplexe Motive: PNG mit 300 DPI bei finaler Druckgröße. Den ausführlichen Vergleich findest du im „Welche Datei für T-Shirt-Druck?“-Artikel.
Was mache ich, wenn ich nur ein kleines PNG vom Logo habe?
Schick es trotzdem. Wenn es nicht reicht: 1) wir vektorisieren das Logo (oft im Rahmen der Basis-Druckdaten-Aufbereitung), 2) wir versuchen KI-Hochskalierung, oder 3) wir empfehlen dir, das Original beim Grafiker anzufragen. Schlechte Daten halten uns nicht vom Druck ab — wir suchen einen Weg.
Funktioniert ein Canva-Export?
Ja, oft — wenn du beim Export PNG in hoher Auflösung oder PDF auswählst. SVG aus Canva ist auch okay. Was nicht funktioniert: ein Screenshot vom Canva-Vorschaubereich.
Wie wichtig ist der Farbmodus wirklich?
Für Standardmotive nicht extrem kritisch — wir konvertieren intern, wenn nötig. Für kritische Brand-Farben aber sehr wichtig: liefer den Pantone-Code mit, dann mischen wir die Farbe im Siebdruck direkt. CMYK oder RGB?
Was ist mit Schriften in der Datei?
Am sichersten: Schriften in Pfade konvertieren (in Illustrator: „In Pfade umwandeln“). Alternativ: PDF mit eingebetteten Schriften. Sonst kann's passieren, dass auf unserer Seite eine andere Schrift verwendet wird, weil wir die Original-Schrift nicht haben.
Könnt ihr ein Logo vektorisieren?
Ja. Für einfache Logos machen wir das oft im Rahmen der Basis-Druckdaten-Aufbereitung. Für komplexere Vektorisierungen empfehlen wir dir einen Grafiker aus unserem Netzwerk — das Ergebnis trägt länger als unsere Schnellumsetzung.
Wie genau ist die Farbe im Druck?
Bei Pantone-Codes im Siebdruck: sehr genau (1:1 Mischung). Bei CMYK-Konvertierung in DTF oder Sublimation: simuliert, oft eine Stufe dunkler als am Bildschirm. Für kritische Projekte können wir einen Andruck-Muster zur Freigabe machen.
Was kostet die Druckdaten-Aufbereitung?
Datei-Check ist immer kostenlos. Kleinigkeiten erledigen wir im Rahmen des Auftrags. Bei größerer Aufbereitung (Logo vektorisieren, Hintergrund freistellen, Farben optimieren): die pauschale Basis-Druckdaten-Aufbereitung (Satz im Angebot). Lohnt sich vor allem bei mittleren bis großen Aufträgen.
— Vertiefen
Mehr zu Druckdaten.
— Bereit?
Schick uns deine Datei.
Wir prüfen kostenlos, sagen ehrlich, ob alles passt — und wenn nicht, finden wir gemeinsam eine Lösung.